Leo verstand die Welt nicht mehr. Jemand, der die Mitbewohner seines Wohnortes nicht kannte, war ihm nicht geheuer. Und so kümmerte er sich fortan nur noch um das Geschehen im Dorf. Einem Ort, den er in- und auswendig kannte und in dem es nicht vorkommen konnte, dass ein Mitbewohner einen anderen nicht kannte.  [Noch mehr Anekdoten]

Als Heilige Drei Könige gekleidete Menschen unterwegs in Oberkail PDF Drucken E-Mail
Dienstag, den 29. Dezember 2009 um 08:06 Uhr

Als Sternsinger bezeichnet man drei als Heilige Drei Könige gekleidete Menschen, die in der Zeit vom 27. Dezember bis zum 6. Januar und teilweise auch darüber hinaus Geld für wohltätige Zwecke sammeln. In Oberkail ziehen die Sternesinger am 3. Januar von Haustür zu Haustür und bringen den Segen zu den Bewohnern. Der Brauch ist in deutschsprachigen Raum ab dem 16. Jahrhundert nachweisbar.

Das Sternsingen geht auf die Erwähnung der Sterndeuter in Mt 2,1 EU zurück. Im sechsten Jahrhundert wurden auf Grund der drei Weihegaben (Mt 2,11 EU) und des Bezuges auf Ps 72 EU drei Personen vermutet . Aus diesen wurden im achten Jahrhundert Könige mit den Namen Caspar, Melchior und Balthasar. Im sechzehnten Jahrhundert lässt sich der Brauch des Sternsingens erstmals urkundlich nachweisen. Bis in das zwanzigste Jahrhundert gingen meist arme Kinder und Jugendliche in Eigeninitiative von Haus zu Haus und sammelten Naturalien und Geld für sich und ihre Familien. Seit Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts gibt es in Deutschland und Österreich zentral gesteuerte Sternsingeraktionen. Gesammelt wird meist für Entwicklungshilfeprojekte, die Kindern in Not weltweit helfen. 2004 wurden die Sternsinger mit dem Westfälischen Friedenspreis ausgezeichnet.

    

Gemeindemitglieder gehen - regional unterschiedlich im Zeitraum vom 27. Dezember bis zum Dreikönigsfest, dem 6. Januar, manchmal auch an dem darauffolgenden Wochenende - als Heilige Drei Könige gekleidet von Haus zu Haus. Meistens sind es Kinder und Jugendliche, die diese Aufgabe wahrnehmen; in katholischen Gegenden oft die Ministranten oder andere Jugendliche der jeweiligen Kirchengemeinde, die nicht nur die Frohbotschaft des Evangeliums verkünden, sondern auch Spenden für benachteiligte Kinder sammeln.

Die Sternsinger werden von der jeweiligen Pfarrgemeinde ausgesandt, oft findet die Aussendungsfeier in einem feierlichen Gottesdienst statt. Den Menschen, die sie einlassen, singen die Sternsinger Lieder, sprechen ein Gebet oder sagen ein Gedicht auf. Dann schreiben sie an die Haustüren oder die Türbalken mit geweihter Kreide die traditionelle Segensbitte C+M+B mit der jeweiligen Jahreszahl. In Deutschland und der Schweiz wird von den veranstaltenden Organisationen die Schreibweise 20*C+M+B+09 empfohlen. Diese Schreibweise hat, laut Kindermissionswerk, folgende Bedeutung: ein Stern für den Stern von Bethlehem und die drei Kreuze für den Dreifaltigen Gott: Vater, Sohn und Hl. Geist. In Österreich und Südtirol findet vor allem die Schreibweise 20-C+M+B-09 mit einem weiteren Kreuz über dem Buchstaben M als zusätzliches Segenssymbol Anwendung. Zudem existieren regional verschiedene andere traditionelle Schreibweisen, bei denen nur zwei Kreuze (20*C+M+B*09, 20 C+M+B 09, 20+CMB+09) oder vier Kreuze (20+C+M+B+09) geschrieben werden. Der Segen ist eine der Sakramentalien der Kirche.

 

 

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 03. April 2011 um 16:03 Uhr
 
 
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