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Johann Baptist Lenz - Ein Stück Seele der Eifel

6.4.2009: Mit einer umfassenden Ausstellung würdigt das Museum Abtei Himmerod den Oberkailer Ehrenbürger Bildhauer Johann Baptist Lenz. In Anwesenheit von Maria Lenz wurde die Ausstellung eröffnet. Walter Densborn, der die Ausstellung in die "Alte Mühle" des Klosters geholt hat, war beeindruckt von der Lebensleistung des Künstlers.

  

Wer in der Eifel unterwegs ist, kommt nicht an Johann Baptist Lenz vorbei. Seine Brunnen, Skulpturen, Ehrenmale, Kreuze und Altäre möblieren geradezu die öffentlichen und kirchlichen Räume von Eifel und Mosel. Nicht nur, dass er selbst sein Leben bis auf die Studien- und Kriegsjahre in Oberkail verbracht hat, wo er 1922 geboren wurde. In den Arbeiten des Künstlers haben die Menschen der Region mit ihren Freuden, Nöten, ihren Hoffnungen und ihrem Glauben ein unverwechselbares Gesicht bekommen. "Lenz verkörpert die Seele der Eifel", stellte Abt Bruno Fromme zu recht bei der Eröffnung fest. Die gut bestückte Ausstellung gibt einen umfassenden Überblick über das Schaffen des Bronze-Bildhauers. Sie spiegelt zudem den Menschen Johann Baptist Lenz wieder, der - wie sein Freund Walter Densborn betonte - es mit einem Wort von Victor Hugo hielt: "Diejenigen, die Wahrheit suchen, sind die, die ringen".

 

Mit liebevollen Scharfblick hat Lenz die Welt um sich umgesehen. Mit großem Ernst, mit Anteilnahme und tiefer Einsicht ins Menschsein hat er sie ins Bild gesetzt, aber auch mit dem humorvollen Abstand eines Lebens erfahrenen Menschen. Ein heiterer Grundton durchzieht dieses Werk, so wie das seines Wittlicher Lehrers Hanns Scherl, bei dem er arbeitete, bevor er an die Akademie nach München ging. Das hat nichts mit Naivität zu tun, eher mit der berühmten Liedzeile aus Paul Gerhardts: "Geh aus mein Herz und suche Freud." Lenz war künstlerisch immer unterwegs hin zum erlösten Menschen, zu einer Schöpfung, die Trost der Welt ist. In diesem Sinn ist das Werk des gläubigen Katholiken auch ein immerwährendes Gotteslob.

Geschäftsführer Walter Densborn, der die Ausstellung in die "Alte Mühle" des Klosters geholt hat, war beeindruckt von der Lebensleistung des Künstlers, der allein 200 Auftragswerke geschaffen hat. Zu den schönsten seiner in Himmerod gezeigten Bronze-Arbeiten gehören sein "Prophet", seine Tierplastiken und die anrührende kleine Bronze "Die Blinde". Enthüllt wurde zudem ein Porträt des Bildhauers von Svetoslav Emandien.

Die Ausstellung wird bis 31. Oktober in der "Alten Mühle" in Himmerod gezeigt, Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag 14 bis 17 Uhr, Sonntag 11 bis 17 Uhr.

Text: Mit leichten Veränderungen nach Trierer Volksfreund Fotos
Manfred Wientgen und Evi Mentz

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