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Johann Baptist Lenz Ehrenbürger von Oberkail

Johann Baptist Lenz ist Ehrenbürger der Ortsgemeinde Oberkail: In einer Feierstunde wurde dem bundesweit bekannten Künstler die Ehre zuteil. Der neu geschaffene Brunnen am Gemeindehaus ist seiner Bestimmung übergeben. Jetzt hat sich die Festgesellschaft im großen Saal des Hauses Kayl versammelt. Für die Ortsgemeinde, die Bürger und nicht zuletzt für Bildhauer Johann Baptist Lenz soll dies ein besonderer Tag werden. Der Künstler, am 22. August 1922 in Oberkail geboren, lebt und wirkt bis zum heutigen Tage in seinem Geburtsort, steht im Mittelpunkt der Feier. Musikverein und Tanzgruppe bilden den Rahmen

"Wer ist Johann Baptist Lenz, welche Ziele hat er, was hat er bewirkt und was bringt der weite Bogen seines Schaffens zum Ausdruck?", fragt Ortsbürgermeister Rudolf Densborn in seiner Festrede. Bei seinem Versuch Antworten auf diese Fragen zu finden, streift Densborn das Lebenswerk des Künstlers. Seine Kindheit und Jugend verbringt der Bauernjunge in Oberkail. Doch die Schattenseiten des Lebens lernt der junge Mann bereits mit 18 Jahren kennen. Kriegseinsatz und Verwundung bringen Leid. "War es diese Erfahrung, die sein späteres Schaffen bestimmte und seine vielen Werke prägte?", fragt Densborn um die Frage gleich zu verneinen.

"Zu vielseitig ist die Palette seines Wirkens, zu viel sagend der Ausdruck seiner Werke, zu groß die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Formverständnis der verflossenen 50 Jahre", stellt er fest. Lenz hat das Steinmetz-Handwerk ab 1946 erlernt. Danach widmet er sich der künstlerischen Seite des Berufes, der Bildhauerei. Seine ersten Schritte macht er dabei unter seinem Lehrmeister Josef Henselmann. 1952 baut sich Lenz in Oberkail ein Haus mit einem Atelier. Sein Schaffen als "Bildhauer der Eifel" nimmt seinen Anfang. Ehrenmale und Denkmäler werden von ihm gestaltet. In mehr als 40 solcher Mahnmale hat Lenz in langer Arbeit die Namen sinnloser Kriegsopfer gemeißelt. Zahlreiche Brunnen werden in den Folgejahren von Lenz entworfen in Stein zum Leben erweckt. Dabei sind die Sinnesfälligkeiten der Werke dem Betrachter nicht immer sofort klar. Mal schlicht, mal abstrakt, erzählen sie Geschichten.

Der Betrachter kann nachdenken, schmunzeln oder innehalten. Seine besondere Begabung zur Gestaltung von Altarräumen binden den Künstler mit einer Auftragsfülle in den 70er Jahren. "Hier gilt es hervorzuheben, dass Johann Baptist Lenz gerade mit dieser sakralen Kunst einen bedeutenden Namen weit über seine Eifelheimat hinaus erworben hat", sagt Densborn. Den Kaiser-Lothar-Preis gab es 1982 Seine eigene Art, Disziplin, Fleiß und das ab und an verschmitzte Lächeln, der Dialog, das Aufsuchen der Gesellschaft und vieles andere mehr bezeichnet der Festredner als die Grundlage des überaus erfolgreichen Werdeganges.

Der wird 1982 auch von der europäischen Vereinigung Bildender Künstler erkannt ­ Lenz erhält den Kaiser-Lothar-Preis. 1998 wird ihm die Verdienstmedaille des Landes Rheinland-Pfalz verliehen. In Grußworten betonen Kylburgs Bürgermeister Bernd Spindler und der Kreisbeigeordneter Hubert Schaal die Leistungen von Johann Baptist Lenz. "Wer sich das künstlerische Lebenswerk des Johann Baptist Lenz anschaut, erkennt unschwer die vielfältigen und besonderen Verdienste für seine Ortsgemeinde. Der Rat hat mit der Übertragung der Ehrenbürgerschaft an sie, eine kluge und angemessene Entscheidung getroffen. Wir sind als Verbandsgemeinde Kyllburg mit Oberkail stolz darauf, sie in unserer Mitte zu haben", gratuliert Bernd Spindler

Text von: Rudolf Höser aus: Trierischer Volksfreund, 27.5.2002
Foto: Evi Mentz

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